Cape Town, 15.5.2001

Gebetstag für Veränderung und Erneuerung gegen Gottlosigkeit, Zauberei, Satanismus und falsche Religion.

Ostern und Pfingsten sind die Höhepunkte des christlichen Jahres. Sie symbolisieren die Macht der Versöhnung, Auferstehung und Erneuerung. Sie zeugen vom Eingreifen Gottes in die menschliche Geschichte, von Befreiung von Sünde und Gefangensein. Jesus Christus, Gottes Sohn, hat mit Seinem Leben, Sterben und Auferstehen das menschliche Leben von Grund auf verändert. In der Offenbarung 21,5 sagt Er: "Siehe ich mache alles neu!"

Im gegenwärtigen Niedergang Südafrikas hoffen viele Menschen auf diese Erneuerungskraft Gottes. Sie beten für eine Umwandlung der Herzen und des Lebensstils. Seit Beginn des Jahres gibt es in den Städten grosse Evangelisationen. Die erste fand in Port Elizabeth statt. Im Januar kamen eine Woche lang jeden Abend 10 000 Menschen unter dem Banner der "Wiederherstellung" (Restoration) zusammen. Am 21. März (dem Menschenrechtstag), gab es in Kapstadt einen Gebetstag unter dem Thema "Verwandlung" (Transformation). Im Rugby-Stadion von Newlands versammelten sich 45.000 Menschen, einschliesslich mehrerer Stadtväter. 10.000 weitere schauten per Satellit zu. Diese "christliche Feier am Kap" endete damit, dass die Anwesenden in einen Bund mit Gott traten - nach dem Wort. "Sie suchten den Herrn, ihrer Väter Gott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele." (2. Chronik 15, 12) - Auch in Pretoria wollen die Kirchen gemeinsam beten. Zu Pfingsten (27.5.-3.6.2001) haben sie eine "Woche der Freigebigkeit" geplant - ein Teilen des "Überschusses an Qualitätswaren (Nahrung, Kleidung, Möbel, Computer, Baumaterial usw) mit Menschen, die "immer wieder in Armut befangen sind." Überall in Südafrika heisst es: "Auch du kannst einen Unterschied machen," und die Zahl derer, die es wirklich tun, wächst täglich.

Liebe den Herrn deinen Gott
Die Kapstädter Christen erklärten die GOTTLOSIGKEIT zum grössten Problem. Südafrika brauche Jesus, sagen sie, - Jesus, den Weg, die Wahrheit und das Leben. Man müsse Busse tun, denn Gott sagt: "Wenn sich mein Volk demütigt, das nach meinem Namen genannt ist, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren werden; so will ich vom Himmel hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen." (2. Chron. 7,14) Sie priesen Gott und beteten, er möchte das Land von Zauberei, Satanismus und falscher Religion befreien, und die Menschen von Sünde (darunter Unmoral, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verbrechen und Korruption) erlösen.

Südafrika ist ein Land, dessen Verfassung, entgegen dem Willen der Bevölkerung, Gott verleugnet. Kriminelle geniessen fast mehr rechtlichen Schutz als ihre Opfer. Täter werden oft sanfter behandelt als die Geschädigten. Verbrechen kosten das Land ca. R30 Milliarden Rand pro Jahr. ¹) Im Jahre 1999 wurden fast 24.000 Morde angezeigt. Das ist eine Mordrate von 55 pro 100.000 Menschen (verglichen mit 5.7 pro 100.000 in den USA). Die meisten Ermordeten sind Schwarze, die meisten Bestohlenen Weisse. Im gleichen Jahr wurden 15.000 Autos gekapert. Von 1994-99 wurden 800 Farmer ermordet. Das ist eine Mordrate von 274 pro 100.000. Diese Rate ist höher noch als die für Polizisten (153 pro 100.000) ²) In dieser Situation nützt auch die Polizei nichts. Es mangelt ihr an Personal, Ausrüstung, Ausbildung und Gehältern. Dazu kämpft sie selbst mit Kriminalität in ihren Rängen. Einige Polizisten haben sich sogar des Autokaperns und bewaffneten Raubs schuldig gemacht. Die Opfer der Gewaltverbrechen lehnen es darum oft ab, diese anzuzeigen, u.zw. aus Angst vor Vergeltung, denn viele Zeugen sind schon ermordet. *

In den Grosstädten lebt der Normalbürger hinter Gittern und heuert Privatfirmen für seine Sicherheit an. Von der Obrigkeit im Stich gelassen, hofft er auf Gott. Er betet, dass Christus, der alles neu macht, die Herzen der Menschen verändern möchte. Er sehnt sich danach, dass die Masstäbe der Bibel wieder gelten und das Gotteswort als Grundlage "für die Regierung der Menschen, von den Menschen, und für die Menschen" anerkannt werden möchte, wie schon John Wycliffe, der "Morgenstern der Reformation" es erklärt hatte.

Liebe deinen Nachbarn
In Pretoria soll für "die Veränderung der Stadt Tshwane" (d.h. die Unicity Pretoria & umliegende Ortschaften) gebetet werden, "damit sie als Stadt Gott wirklich Ehre bringt." Die Christen wollen dort eine "Woche der Freigebigkeit" veranstalten. Man will den Notleidenden helfen. - Seitdem der Staat weniger Zuwendungen an die Wohlfahrt macht, setzen sich die Christen grossartig für die Bedürftigen ein. Mehr als je zuvor sorgen sie dafür, dass die Alten, Hun-gernden, Kranken und Behinderten keinen Mangel leiden. Sie retten und pflegen die vielen ausgesetzten Säuglinge, helfen den immer zahlreicher werdenden Strassenkindern und stehen den zunehmenden AIDS Kranken bei. Die Regierung, die immer wieder betont, dass die "Linderung der Armut" ihr Hauptanliegen sei, hat in den letzten drei Jahren die vom Wohlfahrtsamt für die Armen bereitgestellten mehr als R500 Millionen nicht ausgezahlt. Auch die Ämter Wohlfahrt, Landwirtschaft, Sport und Erholung, Handel und Industrie, Öffentliche Werke und Öffentlicher Dienst haben den Armen mehr als R4,1 Milliarden vorenthalten (Cape Times, 7.8.2000). Selbst Renten werden machmal nicht ausgezahlt. Die Armen bekamen auch nichts von den für sie bestimmten Riesensummen, die die Nationale Lotterie eingenommen hat. Anfang 2001 waren erst 1% davon ausgezahlt. Wenn man bedenkt, dass in nur einer Woche im Mai 2001 Lotteriescheine im Werte von R65 Millionen gekauft wurden, dann sieht man, wie gut die Armen hätten 'profitieren' können, wenn dieses gottlose Unternehmen das täte, was es verspricht. Die Armen selbst verspielen oft ihr allerletztes Geld. Also die Lotterie (und alles andere Glückspiel) verursacht und vermehrt die Not. - Auch die Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), die immer viel für die Armen getan haben, können nicht helfen. Viele mussten ihre Türen schliessen, denn sie verloren ihr Einkommen aus dem Inland (weil die Privatlotterien, aus denen sie früher Geld bekamen, abgeschafft wurden) und ihr Einkommen aus dem Ausland (weil die Gelder, die sie früher direkt erhielten, jetzt an die Regierung gezahlt werden und diese sie nur zögernd weiterleitet). *

"Der Sünder verachtet seinen Nächsten; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!" (Spr. 14,21) Die Armut hat schon immer zum Leben gehört, und von Anbeginn ihrer Geschichte hat die christliche Kirche mehr für die Notleiden-den getan als alle anderen Instanzen. Was jetzt im Staatsbereich weltweit getan wird, ist nur eine Nachahmung dessen, was die Kirchen in die Wege geleitet haben. D James Kennedy sagt in seinem Buch: "Was, wenn Jesus nie geboren wäre?" (What if Jesus had never been born?): "Angefangen mit Mutter Theresia, die den Notleidenden auf den Strassen Calcuttas half, bis zur Heilsarmee, die einer abgebrannten Familie Obdach gibt, geht die Sonne nie unter über den Christen, die - einzeln und gemeinsam - die menschlichen Bedürfnisse im Namen Jesu decken." Das Gleichnis vom Guten Samariter (Lukas 10,25-37) endet mit dem Gebot: "Gehe hin und tue desgleichen!" Es hat der westlichen Zivilisation seinen Stempel aufgedrückt. Ebenso das Gleichnis der Schafe und Böcke (Matt. 25,31-46), denn da heisst es: "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Der Barmherzige empfängt den Lohn Gottes! Sein Vorbild ist Jesus Christus, der "ob er wohl reich ist, arm ward um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet." (2. Kor. 8,9)

Die Kirche
Zu dieser Zeit des geistlichen und moralischen Verfalls in Südafrika dürfen die Christen Mut aus ihrer Vergangenheit schöpfen. Wo immer die Kirche ihrem Heiland treu und gehorsam folgte, hat sie auf Erden mehr Wandel zum Guten vollbracht als irgendeine andere Bewegung. Schon im Mittelalter stiftete sie Krankenhäuser und Universitäten. Sie baute Schulen und gab dem Volk Lesen, Schreiben und Bildung. Aus ihren Lehren entstand das System der freien Wirtschaft, der repräsentativen Regierungsform, der bürgerlichen Freiheiten und der Abschaffung der Sklaverei. Fromme Christen haben die moderne Wissenschaft ins Leben gerufen. Sie haben Frauen in Ehren und den kleinen Mann in Würde gehalten. Sie haben dafür gesorgt, dass das Leben respektiert wird. Wohltätigkeit und Nächstenliebe sind die guten Früchte der christlichen Ethik. Ehebruch, Homosexualität und sexuelle Ausschweifungen wurden verurteilt. Recht und Gerechtigkeit lehnten sich an Gottes Wesen an. Barbarische und primitive Kulturen wurden zivilisiert. Zahlreiche Sprachen wurden in Schrift umgesetzt. Die Liebe Christi begeistete die hehrsten Werke der Kunst und Musik, veränderte zahllose Menschenleben und brachte vielen Seelen das Heil.

So kann es auch heute wieder werden, wenn die Christen ihre Weichlichkeit und ihr negatives Denken aufgeben - wenn sie den gleichen Glauben, Gehorsam und Opfermut aufbringen wie ihre Vorväter, wenn sie wie jene im Gebet ringen, im Heiligen Geist stehen und ihre Hoffnung auf Gott setzen. Wenn sie sich nicht schrecken lassen vom Widerstand der Welt und mit Bösem abrechnen wie es sich gebührt. Denn Gott hat ihnen die Verantwortung über seine Welt und Natur gegeben. "Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan, und herrschet über alles…" (1. Mose 1:28) - Christus hat denselben Auftrag etwas anders wiederholt: "Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." Dieser Auftrag, Gott alles untertan zu machen, muss Erfolg haben, denn Christus "ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden." Er wird alle Tage bei dem sein, der seine Aufgabe ernst nimmt - ja "bis an der Welt Ende." (Matt. 28:18-20)

Möge daher auch in Südafrika der Aufruf zu einem neuen Bund mit Gott weltverändernde gute Folgen haben. Mögen Land und Leute aufs neue Gott fürchten, lieben und vertrauen, und möge dieser sie von allen Plagen befreien - besonders von Gottlosigkeit, Zauberei, falscher Religion und Unmoral.

D. Scarborough.

Anmerkungen:
· Zahlen von George FR Ellis, South Africa The complex of problems, 2001, SA Institute of Race Relations
(SAIRR) Regional Topic Paper, April 2001.
1. Quelle: Dr Mark Welman,, Direktor des MTN Centre for Crime Prevention Studies at Rhodes University, cf. South
2. Africa Survey 2000/2001, SAIRR

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